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A N L K I T i; N (1

ZUR

Q U A li 1 T A T 1 V !•: N ( ,' 1 1 Iv .M 1 S (' 1 1 K N

A N A L V S E.

Holzstiche

aus dem zylographitchen Atelier

von Friedrich Vieweg und Sohn

in Brauntobweig.

Papier

ans der meohanitohen Papier-Fabrik der Gebrüder Vieweg zu Wendhausen

bei Brannsobweig.

A.

ANLEITUNG

ZU&

QUALITATIVEN CHEMISCHEN

ANALYSE.

KUR

ANFÄNGER UND GEÜBTERE

BEARBEITET VON

I)e. (c. )REMIGIUS FRESENIUS,

Geh. Hofrathe und Professor, Director des chemischen Laboratoriums zu Wiesbaden.

MIT E I N j: M VORWORT

VON

JUSTUS VON LIEBIG.

FÜNFZEHNTE

NEU BEARBEITETE UND VERBESSERTE AUFLAGE

ZWEITER UNVERÄNDERTER ABORUCK. MIT HOLZSTIGHBN.

BRAUNSCHWEIG,

DRUCK UND VERLAG VON FRIEDRICH VIEWEG UND SOHN.

18 86.

K

Alle Rechte vorbehalten

VORWORT.

xierr Dr. Fresenius, welcher in dem hiesigen üniversitäts- Labora- torium den Unterricht der Anfanger in der Mineral - Analyse leitet, bat in den beiden letzten Semestern die Methode befolgt, die in seiner „Anleitung zur qualitativen chemischen Analyse" von ihm be- schrieben worden ist. Dieser Weg hat sich meiner Erfahrung gemäss ebenso leicht fasslich als einfach und nützlich bewährt, so dass ich seine Methode Allen empfehlen kann, die sich in den Anfangsgründen der Mineral-Analyse unterrichten wollen. Ich betrachte das vorliegende Werk als eine sehr zweckmässige Vorschule für die Benutzung des trefflichen Handbuches vom Professor H. Rose und halte es für den Unterricht in Lehranstalten, und namentlich für Apotheker, besonders geeignet. Die in dem hiesigen Laboratorium gemachten mannigfaltigen neuen Erfah- rungen haben Herrn Dr. PVesenius in den Stand gesetzt, sein Werk mit vielen neuen und vereinfachten Scheidungsmethoden auszustatten, so dass es auch Denen willkommen sein wird, welche die grösseren Werke über die Mineral-Analyse schon besitzen.

Giessen, den G. August 1842.

Justus Liebiff.

A N L K I Tl N (;

z r K

QIALITATIVKN (11 K.M 1S( II KN

A \ A L V S K.

VORREDE ZUR ELFTEN AUFLAGE.

In den Zeitraum, welcher zwischen der Herausgabe der zehnten und elften Auflage meiner Anleitung zur qualitativen Analyse liegt, fällt eine der schönsten und wichtigsten Bereicherungen, welche der chemischen Analyse seit Decennien zu Theil geworden, die Spectralanalyse. Ich habe in der neuen Auflage diesen Gegenstand in einer, wie ich glaube, seiner Bedeutung entsprechenden und dem Leserkreise des Buches ange- messenen Weise behandelt.

Ausser dem darauf Bezüglichen und damit im Zusammenhange Stehenden sind eine Reihe weiterer Abschnitte neu aufgenommen worden, indem ich in der elften Auflage zum ersten Male alle Elemente in den Kreis der Beobachtung gezogen habe. Bei dem umstände, dass eine immer grössere Zahl von Verbindungen seltener Elemente theils als Reagentien in Gebrauch gekommen ist, theils anderweitig Verwendung in der Chemie und Industrie gefunden hat und flndet, erschien diese Er- weiterung nothwendig. ^

Um aber dem Buche seine Brauchbarkeit für Anfänger in keiner Weise zu benehmen, habe ich die Elemente und Verbindungen, welchen man bei Untersuchung von Mineralien, von Gewässern, Industrieproduc- ten, Arzneimitteln, Pflanzenaschen etc. häufiger begegnet, und auf deren Studium der Anfänger zunächst angewiesen ist, in gewöhnlicher, die seltener vorkommenden aber in kleinerer Schrift behandelt. Diese Ein- richtung belässt somit im grösser Gedruckten das Buch in seiner bis- herigen Einrichtung und bietet zugleich für Geübtere in Betreff" der selteneren Elemente und Verbindungen die erforderliche Belehrung.

Das Buch ist im Uebrigen in allen Theilen aufs Sorgfältigste neu durchgesehen und mit allen werthvoUen Errungenschaften der letzten Jahre bereichert.

Wiesbaden, im April 1862.

X

VORREDE ZUR FÜNFZEHNTEN AUFLAGE.

Während die zwölfte, dreizehnte und vierzehnte Auflage meiner An- leitung zur qualitativen Analyse nur Yerhesserungen und Ergänzungen im Einzelnen aufzuweisen hatten, ist die fünfzehnte Auflage eine ganz neu bearbeitete. Diese Umarbeitung, welche in Folge der grossen Fort- schritte auf dem Gebiete der analytischen Chemie nothwendig erschien und unter Benutzung vielfacher eigener Erfahrungen und aller literari- schen Hülfsmittel durchgeführt wurde, hat an dem Grundplan des Buches, welcher sich seit mehr als 40 Jahren bewährt hat, nichts geändert; bei der Beschreibung der Reactionen aber, bei der Besprechung, wie Basen und Säuren einer und derselben Gruppe zu trennen sind, bei Darlegung des allgemeinen Ganges der Analyse wie der in besonderen Fällen zu befolgenden Methoden mussten viele Capitel, um sie dem heutigen Stande der Wissenschaft und meiner eigenen langjährigen Erfahrung anzupassen, ganz neu bearbeitet werden.

Ein gut 'geleitetes Studium der qualitativen Analy,se gewährt nach allgemeiner Erfahrung die beste Einführung in die praktische Chemie, weil es zu scharfer Beobachtung nöthigt, zu richtigen Schlussfolgerungen aus den beobachteten Erscheinungen anleitet, systematisches Arbeiten lehrt und verhältnissmässig rasch zur Bekanntschaft mit einer grossen Menge der wichtigsten chemischen Verbindungen und Processe führt. Diesem didaktischen Zwecke habe ich meine Anleitung zur qualitativen Analyse von jeher anzupassen gesucht. Während nun in den früheren Auflagen dieses Bestreben fast ausschliesslich hervortrat, suchte ich in den späteren das Buch auch so zu gestalten, dass es ein zuverlässiger Führer bei praktischen Art)eiten der verschiedensten Art wurde.

Die neue Auflage wird davon Zeugniss ablegen, dass ich bemüht gewesen bin, das Buch in beiden Beziehungen nach Möglichkeit zu ver- vollkommnen. Es ist dabei um einige Bogen stärker geworden, ein Um- stand, der sich bei dem stets wachsenden Stofle nicht vermeiden Hess,

X Vorrede zur fünfzehnten Auflage.

Da die Anleitung in fast alle Cultursprachen übersetzt worden ist, musste ich bestrebt sein, die neue Auflage den .verschiedensten Kreisen zugänglich zu machen. Ich habe deshalb in derselben den Aequivalent- formein die Molecularformeln zugefügt, da die letzteren den meisten jüngeren Chemikern geläufiger sind als jene. Die in den früheren Auf- lagen gebrauchte Nomenclatur habe ich beibehalten, weil sich in Betreff einer besseren allgemein angenommene Normen noch nicht gebildet haben und ich wohl annehmen darf, dass die ältere Nomenclatur noch von slHen Chemikern Terdtasdett wird.

Wiesbaden, im April 1885.

Der Verfasser.

INHALT.

Erste Abtheilung.

Propädeutik der qualitativen chemischen Analyse.

Seite Ueber Begriff, Aufgabe, Zweck, Nutzen und Gegenstand der qualitativen chemischen Analyse und über die Bedingungen, worauf ein erfolg- reiches Studium derselben beruht 3

Erster Abschnitt

Die Operationen. §. l 5

1. Die Auflösung. §.2 6

2. Die Krystallisation. §.3 8

3. Die Fällung. §.4 9

4. Die Filtration. §.5 10

5. Die Decantation. §.6 12

6. Das Auswaschen. §. 7 . . 18

7. Die Dialyse. §.8 14

8. Das Abdampfen. §.9 16

9. Die Destillation. §.10 17

10. Das Glühen. §.11 18

11. Die Sublimation. §.12 19

12. Das Schmelzen und Aufschliessen. §.13

13. Die Verpuffung. §.14 20

14. Die Anwendung des Löthrohrs. §.15 21

15. Die Anwendung der Lampen, insbesondere der Gaslampen. §. 16 . 26

16. Die Beobachtung der Flammenlarbung und die Spectral-Analyse. §.17 34

Anhang zum ersten Abschnitt.

Apparate und Geräthschaften. §.18 40

Zweiter Abschnitt.

Die Beagentien. §.19 43

Xtt Inhalt.

A. Reagentien anf nassem Wege. I. Einfache Lösungsmittel.

Seite

1. Wasser. §. 20 . , 46

2. Alkohol. Ǥ.21 47

3. Aether,

4. Chloroform und

5. SchwefelkobleDstoff. §.22 48

n. Säuren und Halogene. §. 23. a. SauerstoffsHiiren.

1. Schwefelsäure. §.24 ^ . . . . 50

2. Salpetersäure. §. 25 52

8. Essigsäure. §.26 53

4. Weinsteinsäure. §.27 54

b. Wasserstoffsäuren und Halogene.

1. Clüorwasserstoffsäure. §.28 54

2. Chlor und Chlorwasser. §.29 56

3. Königswasser. §.30 57

4. Kieselfluorwasserstoffsäure. §.31 58

c. Sulfosäuren. 1. Schwefelwasserstoff. §.32 59

m. Basen und Metalle. §. 33.

a. Sauerstoffbasen.

a. Alkalien.

1. Kaliliydrat und Natronhydrat. §.34 65

2. Ammoniak. §.35 67

ß. Alkalische £rden.

1. Barythydrat. §.36 09

2. Kalkhydrat. §.37

y. Schwere Metalle und Oxyde derselben.

1. Zink. §.38 70

2. Eisen 71

3. Kupfer

4. Wismuthoxydhydrat. ^, od

b. Sulfobasen.

1. Schwefelammonium. §.40 72

2. Schwefelnatrium. §. 41 73

IV. Salze, a. Salze der Alkalien.

1. Schwefelsaures Kali. §.42 74

2. Fhosphorsaures Natron. §.4 3

3. Oxalsäure« Ammon. §.44 75

Inhalt. XIII

Seite

4. Essigfsaures Natron. §.45 76

5. Kohlensaures Natron. §.46 .

6. Kohlensaures Ammon. §. 47 . . . 77

7. Zweifach-schwefligsaures Natron. §.48 78

8. Salpetrigsaures Kali. §.49

9. Zweifach-chromsaures Kali. §.50 79

10. Saures metantimonsaures Kali. §. 51 .

11. Molybdänsaures Ammon. §.52 80

12. Chlorammonium. §.58

13. Cyankalium. §.54 81

14. Ferrocyankalium. §.55 83

15. Ferridcyankalium. §.56

16. Bhodankalium oder Schwefelcyankalium. §.57 84

b. Salze der alkalischen Ijrden.

1. Chlorbaryum. §.58

2. Salpetersaurer Baryt. §.59 85

3. Kohlensaurer Baryt. §.60 86

4. Schwefelsaurer Kalk. §.61

5. Chlorcalcium. §.62 87

6. Schwefelsaure Magnesia. §.63

c. Salze der Oxyde der Schwermetalle.

1. Schwefelsaures Eisenoxydul. §.64 88

2. Eisenchlorid. §.65

3. Salpetersaures Silberoxyd. §.66 89

4. Essigsaures Bleioxyd. §.67 90

5. Salpetersaures Quecksilberoxydul. §.68

6. Quecksilberchlorid. §.69 91

7. Schwefelsaures Kupferoxyd. §.70

8. Zinnchlorür. §.71 92

9. Chlorwasserstoff-Platinchlorid. §.72

10. Natrium-Palladiumchlorür. §.73 93

11. Chlorwasserstoff-Goldchlorid. §.74

V. Farbstoffe und indifferente Fflanzensubstanzen.

1. Reagenspapiere. §.75 94

2. Indigolösung 95

B. Reagentien auf trockenem Wege. I. Aufschliessungs- und Zersetzungsmittel.

1. Kohlensaures Natron-Kali. §. 76 96

2. Barythydrat. §.77 98

3. Fluorcalcium. §.78

4. Salpetersaures Natron. §.79 99

5. Saures schwefelsaures Kali. §.80

U. Löthrohrreagentien.

1. Kohlensaures Natron. §.81 100

2. Cyankalium. §.82

xiy Inhalb

Seite

3. Borax. §.83 101

4. Phosphorsalz. §.84 102

5. Salpetersaures Kobaltoxydul. §.85 103

Dritter Abschnitt.

Verhalten der Körper zu Beageütien. §.86 104

A. Verhalten der Metalloxyde und ihrer Badicale. §. a7.

Erste Gruppe. §.88 106

a. KaU. §.89

b. Natron. §.90 108

c. Ammon. §.91 110

Zusammenstellung und Bemerkungen. §.92 111

Caesiumoxyd, Bubidiumoxyd, Lithion. §.93 113

Zweite Gruppe. §.94 116

a. Baryt. §.95 117

b. Strontiau. §.96 119

c. Kalk. §.97 121

d. Magnesia. §.98 123

Zusammenstellung und Bemerkungen. §.99 125

Dritte Gruppe. §.100 128

a. Thonerde. §.101 129

b. Chromoxyd. §.102 131

Zusammenstellung und Bemerkungen. §.103 133

Beryllerde, Thorerde, Zirkonerde, Yttererde, Ceroxyde, Lanthan-

oxyd, Didymoxyd, Titansäure, Tantalsäure, Niobsäure. §. 104 134

Vierte Gruppe. §.105 145

a. Zinkoxyd. §. 106

b. Manganoxydul. §.107 148

c. Nickeloxydul. §. 108 151

d. Kobaltoxydul. §.109 154

e. Eisenoxydul. §.110 157

f. Eisenoxyd. §.111 159

Zusammenstellung und Bemerkungen. §.112 161

Oxyde des Urans, Thalliums, Indiums, Galliums und Vanads.

§.113 164

Fünfte Gruppe. §.114 169

Erste Abtheilung:

a. Silberoxyd. §.115 170

b. Quecksilberoxydul. §.116 171

c. Bleiüxyd. §.117 173

Zusammenstellung und Bemerkungen. §.118 175

Zweite Abtheilung:

a. Quecksilberoxyd. §.119

b. Kupferoxyd. §.120 178

0. Wismuthoxyd. §.121 181

d. Cadmiumoxyd. §. 122 184

Zusammenstellung und Bemerkungen. §. 123 185

Palladiumoxydul, Rhodiumoxyd, Oxyde des Osmiums und Buthe-

niimis. §.124 187

X

Inhalt XV

Seite Sechste Gruppe. §.125 190

Erste AbtheiluDg:

a. Goldoxyd. §.126 191

b. Platinoxyd. §.127 198

ZusammenstelluDg und Bemerkungen. §. 128 195

Zweite Abtheilung:

a. Zinnoxydul. §.129

b. Zinnoxyd. §. 130 198

c. Antimonoxyd. §. 131 200

d. Arsenige Säure. §.132 205

e. Arsensäure. §. 133 215

Zusammenstellung und Bemerkungen. §.134 217

Iridiumoxyd, Oxyde des Molybdäns, Wolframs, Tellurs, Selens.

§. i35 .224

B. Verhalten der Säuren und ihrer Badicale (§. 136). Uebersicht der Säuren 230

I. Anorganische Säuren.

Erste Gruppe. §.137 231

Erste Abtheilung:

Chromsäure. §.138 232

Schweflige, unterschweflige und Jodsäure. §.139 235

Zweite Abtheilung:

Schwefelsäure. §.140 237

Kieselfluorwasserstoffsäure. §.141 239

Dritte Abtheilung:

a. Phosphorsäure. §.142

Pyro- und Metaphosphorsäure. §. 143 244

b. Borsäure. §.144 245

c. Oxalsäure. §. 145 247

d. Fluorwasserstoffsäure. §.146 249

Zusammenstellung und Bemerkungen. §.147 253

Phosphorige Säure. §.148 254

Vierte Abtheilung:

a. Kohlensäure. §. 149 255

b. Kieselsäure. §. 150 257

Zusammenstellung und Bemerkungen. §.151 260

Zweite Gruppe:

a. Chlorwasserstoffsäure. §. 152

b. Bromwasserstoffsäure. §. 153 . 262

c. Jodwasserstoffsäure. §.154 265

d. Cyanwasserstoffsäure. §. 155 268

Ferro- und Ferridcy an wasserstoffsäure 272

e. Schwefelwasserstoffsäure. §.156 273

Zusammenstellung und Bemerkungen. §.157 276

Salpetrige, unterchlorige, chlorige und unterphosphorige Säure.

§.158 279

Dritte Gruppe:

a. Salpetersäure. §.159 282

b. Chlorsäure. §.160 285

Zusammenstellung und Bemerkungen. §. 161 287

Ueberchlorsäure. §. 162 288

XVI Inhalt.

IL Organische Säuren.

Seite Erste Gruppe:

a. Oxalsäure 289

b. Weinsteinsäure. §. 163

c. Citronensäure. §. 164 292

d. Aepfelsäure. §.165 294

ZusammenstelluDg und Bemerkungen. §.166 296

Traubensäure. §.167 298

Zweite Gruppe:

a. Bernsteinsäure. §. 168 299

b. Benzoesäure. §. 169 301

c. Salicylsäure. §. 170 302

Zusammenstellung und Bemerkungen. §.171 303

Dritte Gruppe:

a. Essigsäure. §.172 304

b. Ameisensäure. §. 173 306

Zusammenstellung und Bemerkungen. §.174 307

Milchsäme, Propionsäure, Buttersäure. §.175 308

Zweite Abtheilung.

Systematischer Gang der qualitativen chemischen Analyse.

Ueber den Gang einer qualitativen Analyse im Allgemeinen und über den Plan der vorliegenden zweiten AbtheiliUig insbesondere 313

Erster Abschnitt.

Praktisches Verfahren, allgemeiner Gang.

I. Einleiteiide Prüfung 317

A. Der zu untersuchende Körper ist fest:

1. Er ist weder eiu regulinisches Metall, noch eine Legirung. §176 . . .

2. Er ist ein regulinisches Metall oder eine Legirung. §. 177 . 326

B. Der zu untersuchende Körper ist eine Flüssigkeit. §. 178 . . . . 327 II. Auflösung der Körper oder Eintheilung derselben nach ihrem Ver- halten zu gewissen Lösungsmitteln. §.179 329

A. Der Körper ist weder ein regulinisches Metall, noch eine Metall- legirung, §.180

B. Der Körper ist ein Metall oder eine Metalllegirung. §. 181 . . . 333 III. Eigentliche Untersuchung.

Einfache Verbindungen.

A. In Wasser lösliche Körper.

Auffindimg der Base. §.182 335

Aufßndung der Säure:

Inhalt. Xvn

Seite

I. Einer anorganischen. §. 183 343

n. Einer organischen. §.184 346

B. In Wasser unlösliche oder schwer lösliche, in Salzsäure, Salpeter- säure oder Königswasser lösliche Körper.

Auffindung der Base. §.185 348

Auffindung der Säure:

I. Einer anorganischen. §.'186 352

IL Einer organischen. §.187 354

C. In Wasser, in Salzsäure ^ Salpetersäure und Königswasser unlös- liche oder sdiwer lösliche Körper.

Auffindung der Base und Säure. §.188 355

Zusammengesetzte Verbindungen.

A, In Wasser oder in Salzsäure ^ Salpetersäure oder Königswasser lösliche Körper.

Auffindung der Basen. §.189 357

I. Man hat eine rein wässerige Lösung 358

Auffindung des Silbers und Quecksilberoxyduls

II. Man hat eine salzsaure oder eine Königswasserlösung . .361

m. Man hat eine salpetersaure Lösung

Auffindung des Silbers und Quecksilberoxyduls

Behandlung mit Schwefelwasserstoff, Fällung der Metall- oxyde der Gruppe V. 2. und VI. §. 190 362

Behandlung des Schwefelwasserstoffniederschlages mit Schwe- felammonium, Trennung der Gruppe V. 2. von VI. §.191 363 Ermittelung der Metalle der Gruppe VI.: Arsen, Antimon,

Zinn, Gold, Platin. §.192 365

Ermittelung der Metalloxyde der Gruppe V. 2.: Bleioxyd, Wismuthoxyd , Kupferoxyd, Cadmiumoxyd, Quecksilber- oxyd. §.193 371

Fällung mit Ammon und Schwefelaminonium, Abscheid ung und Ermittelung der Ox^-de der Gruppen III. und IV. : Thonerde, Chromoxyd, Zinkoxyd, Hanganoxydul, Nickel- oxydul, Kobaltoxydul, Eisenoxyde, sowie der phosphor- sauren etc. alkalischen Erden. §.194 374

Abscheidung und Ermittelung der durch kohlensaures Am- mon bei Gegenwart von Salmiak fällbaren Oxyde der

Gruppe n.: Baryt, Strontian, Kalk. §.195 384

Prüfung auf Magnesia. §.196 386

Prüfung auf Kali und Natron. §.197 387

Prüfung auf Ammon. §. 198 389

A. 1. In Wasser lösliche Körper. Auffindung der Säuren:

I. Bei Abwesenheit organischer Säuren. §.199 390

IL Bei Anwesenheit organischer Säuren. §. 200 394

A. 2. In Salzsäure, Salpetersäure oder Königswasser lösliche Körper. Auffindung der Säuren:

I. Bei Abwesenheit organischer Säuren. §.201 397

n. Bei Anwesenheit organischer Säuren. §. 202 399

B. In Wasser und in Säuren unlösliche oder schwer löslicJie Körper. Ansmittelung der Basen, Säuren und nichtmetallischen Elemente.

§.203 400

xvm Inhalt

Zweiter Abschnitt.

Praktisches Verfahren in besonderen Fällen.

Sttito I. Besonderes Verfahren zur Zerlegung in Wasser unlöslicher Cyan-, be- ziehungsweise Ferrocyan- etc. Verbindungen, sowie von solche ent- haltenden, in Wasser unlöslichen gemengten Substanzen. §. 204 . 406

n. Analyse der Silicate. §.205 . 409

Ä, Durch Säuren zersetzhare Silicate. §. 206 410

a. Durch Salzsäure oder Salpetersäure zerlegbare ....

b. Nur durch concentrirte Schwefelsäure zerlegbare 412

B. Durch Säuren nicht zersetzbare Silicate. §. 207 413

0. Durch Säuren theilweise zersetzhare Silicate, §. 208 415

III. Analyse natürlicher Gewässer. §. 209 416

Ä, Untersuchung der geioöhnlichen süssen Gewässer. §.210 . . . 417 B. Untersuchung der Mineralwasser. §.211 422

1. Untersuchung des Wassers.

a. Arbeiten an der Quelle. §. 212 423

b. Arbeiten im Laboratorium. §.213 425

2. Untersuchung der Sinterabsätze. §. 214 431

IV. Analyse der Acker- oder Walderde. §.215 434

1. Bereitung des Wasserauszuges und Untersuchung desselben. §.216 . 435

2. Bereitung des Säureauszuges und Untersuchung desselben. §.217 437

8. Untersuchung der in Wasser und Säuren unlöslichen anorga- nischen Substanzen. §.218 438

4. Untersuchung der organischen Bestandtheile des Bodens. §. 219 439

V. Auffindung anorganischer Körper bei Gegenwart von organischen. §.220 440

1. Allgemeine Kegeln zur Auffindung anorganischer Körper bei Gegenwart von Organischen Substanzen, welche durch Farbe, Consistenz oder sonstige Eigenschaften die Anwendung der Heagentien oder das Erkennen der hervorgebrachten Erschei- nungen hindern. §.221

2. Auffindung anorganischer Gifte in Speisen, Leichuamen etc.,

in gerichtlich-chemischen Fällen. §. 222 444

I. Verfahren zur Ausmittelung des Arsens (mit gleichzeitiger Berücksichtigung aller anderen Metallgifte). §. 223 .... 446

A. Verfahren zur Auffindung ungelöster arseniger Säure oder metallischen Arsens 447

B. Verfahren zur Auffindung in Wasser oder in Salzsäure löslicher Arsen- und anderer Metallverbindungen mittelst

der Dialyse. §.224 448

C. Verfahren zur Auffindung des Arsens, in welcher Ver- bindungsform es sich auch befinden mag, welches zu- gleich eine Gewichtsbestimmung desselben gestattet und auch die Gegenwart oder Abwesenheit anderer Metall- gifte erkennen lässt. §.225 449

17. Verfahren gur Ausmittelung der Blausäure. §. 220 463

///. Verfahren tur Ausmittdung des Phosphors, §. 227 468

V

Inhalt. XIX

Seite 3. UntersucbuDg der anorganischen Bestandtheile von Pflanzen, Thieren oder Theilen derselben, von Düngern etc. (Aschen- analyse). §.228 479

Ä, Darstellung der Asche

B. Untersuchung der Asche

a. Untersuchung des in Wasser löslichen Antheils . . 480

b. Untersuchung des in Wasser nicht löslichen Antheils 481

Dritter Abschnitt

Erklärung des praktischen Verfahrens, Zusätze und Bemerkungen

zu demselben.

I. Bemerkungen zur einleitenden Prüfung, zu §§. 176 178 484

H. Bemerkungen zur Auflösung der Körper u. s. w., zu §§. 179 181 . 485 HI. Bemerkungen zur eigentlichen Untersuchung, zu §§. 182 204 . . . 487

A. AllgcTneine TJeheraicht und Erklärung des analytischen Ganges.

a. Auffindung der Basen

b. Auffindung der Säuren 492

B. Besondere Bemerkungen und Zusätze zum Gange der Analyse.

Zu §. 189 495

Zu §. 190 und 191 498

Zu §. 192 501

Zu §. 193 -—

Zu §. 194 502

Zu §. 195—198 505

Zu §. 201 und 203 .

Zu §. 204 506

Anhang.

I. Verbalten der wichtigsten Alknloide zu Eeagentien und deren Aus-

mitteluDg in systematischem Ganje. §. 229 509

A. Allgemeine Reagentieu auf Alkaloide. §. 230 510

B. Eigenschaften und Reactioueu der einzelnen Alkaloide:

a. Flüchtige Alkaloide 513

1. Nicotin. §. 231 514

2. Conim. §.232 I .... 516

b. Nicht flüchtige Alkaloide 519

Erste Gruppe:

Morphin. §.233

Zweite Gruppe:

1. Narcotin. §.234 524

2. Chinin. §.235 527

3. Cinchonin. §.236 529

Zusammenstellung und Bemerkungen. §. 237 .... 531

Dritte Gruppe:

1. Strychnin. §.238 532

2. Brucin. §.239 536

3. Veratrin. §.240 539

4. Atropin. §.241 541

Zusammenstellung und Bemerkimgen. §. 242 .... 543

f

XX Inhalt.

Seite

C Eigenschaften und Beactionen von einigen stickstofffreien, den Alkaloiden nahe stehenden Körpern.

1. Salicin. §.243 544

2. Digitalin. §.244 545

3. Pikrotoxin. §.245 547

D. Systematischer Gang zur Auffindung der abgehandelten Alkaloide

sowie des Salicins, Digitalins und Pikrotoxins.

a. Auffindung der genannten nicht flüchtigen Alkaloide etc. in Lösungen, in welchen nur eines derselben vorausgesetzt wird. §.246 549

b. Auffindung der genannten nicht flüchtigen Alkaloide etc. in Lösungen, in welchen mehrere oder alle vorausgesetzt werden. §.247 551

c. Ausmittelung der Alkaloide, sowie des Digitalins und Pikrotoxins bei Gegenwart extractiver und färbender, vegetabilischer oder animalischer Materien 554

1. Methode von Stas zur Auffindung giftiger Alkaloide (so- wie des Digitalins und Pikrotoxins), modificirt von J. Otto. §.248 555

2. Methode von Drageudorff. §.249 560

3. Methode von Sonnenschein. §. 250 562

4. Absclieidung durch Dial^'se. §. 251 563

5. Methode, welche Graham und A. W. Hof mann anwen- deten, um Strychnin im Bier nachzuweisen. §. 252 . .

II. Allgemeines Schema, nach dem man die Substanzen, welche zur Er- lernung der qualitativen Analyse untersucht werden sollen , zweck- mässig auf einander folgen lässt. §. 253 564

III. Darstellung der Resultate bei den zur Uebung analysirten Substanzen. §.254 " 567

IV. Zusammenstellung der liäuHger vorkommenden Formen und Verbin- dungen der beachteten Körper, mit besonderer Berücksichtigung der Classen, in welche sie nach ihrer Löslichkeit in Wasser, in Salzsäure, Salpetersäure oder Königswasser gehören. §. 2r)5 570

ERSTE ABTHEILUNG.

PROPÄDEUTIK

DER

QUALITATIVEN CHEMISCHEN

ANALYSE.

Fresenius, qualitative Analyse.

Ueber

Begriff, Aufgabe, Zweck, Nutzen und Gegenstand

der .

qualitativen chemischen Analyse

und

Über die Bedingungen, worauf ein erfolgreiches

Studium derselben beruht.

Die Chemie ist, wie bekannt, die Wissenschaft, welche nns die Stoffe, ans denen unsere Erde besteht, ihre Zusammensetzung und Zersetzung, überhaupt ihr Verhalten zu einander kennen lehrt. Eine besondere Abtheilung derselben wird mit dem Namen analytische Chemie bezeichnet, insofern sie einen bestimmten Zweck, nämlich die Zerlegung (die Analyse) zusammengesetzter Körper und die Ausmittelung ihrer Bestandtheile verfolgt. Wird bei dieser Ausmittelung der Bestandtheile nur auf die Art derselben Rücksicht genommen, so ist die Analyse eine qualitative, soll aber die Menge jedes einzelnen Stoffes er- forscht werden, so ist sie eine quantitative. Die erstgenannte hat daher zur Aufgabe, die Bestandtheile einer unbekannten Substanz in schon bekannten Formen darzustellen, so dass diese neuen Formen sichere Schlüsse auf die Anwesenheit der einzelnen Stoffe gestatten. Der Werth ihrer Methode hängt von zwei Umständen ab, sie muss nämlich erstens unfehlbar und zweitens möglichst schnell zum Ziele führen. Die Aufgabe der quantitativen Analyse hingegen ist, die durch die qualitative Untersuchung bekannt gewordenen Stoffe in Formen darzustellen, welche eine möglichst scharfe Gewichtsbestim- mung zulassen, oder auf andere Art die Ermittelung ihrer Quantität herbeizuführen.

Die Wege, auf welchen diese verschiedenen Zwecke erreicht werden, weichen, wie natürlich, sehr von einander ab. Es muss daher das Studium

1*

4 üeber Begriff, Aufgabe etc. der qualitativen Analyse.

der qualitativen und quantitativen Analyse getrennt, und der Natur der Sache nach mit der Erlernung der ersteren der Anfang gemacht werden.

Nachdem so der Begriff und die Aufgabe der qualitativen Analyse im Allgemeinen festgestellt ist, müssen zuerst die Vorkenntnisse, welche zur Beschäftigung damit berechtigen, der Rang, welchen sie überhaupt im Gebiete der Chemie einnimmt, die Gegenstände, auf die sie sich er- streckt und ihr Nutzen erwogen, sodann aber die Hauptpunkte, auf welche ihr Studium sich stützt, die Hauptabtheilungen, in welche es zerfallt, in Betrachtung gezogen werden.

Eine Beschäftigung mit qualitativen Untersuchungen setzt vor Allem eine Bekanntschaft mit den chemischen Elementen und ihren wichtigsten Verbindungen, wie auch mit den Grundsätzen der Chemie voraus, und erfordert Uebung in der Erklärung chemischer Processe. Sie verlangt ferner strenge Ordnung, grösste Reinlichkeit und ein ge^ wisses Geschick beim Arbeiten. Kommt hierzu noch die Gewöhnung^, in allen Fällen, in welchen der Erfahrung widersprechende Erscheinungen eintreten, den Fehler stets zuerst an sich, oder vielmehr an dem Mangel einer zum Eintreten der Erscheinung nothwendigen Bedingung^ zu suchen, wie diese Gewöhnung ja aus dem festen Vertrauen auf die Un- veränderlichkeit der Naturgesetze hervorgehen muss, so ist Alles gegeben, das Studium der analytischen Chemie zu einem erfolgreichen zu machen.

Obgleich sich nun die chemische Analyse auf die allgemeine Chemie stützt und ohne Kenntnisse in derselben nicht ausgeübt werden kann, so muss sie andererseits auch als ein Hauptpfeiler betrachtet werden, auf dem das ganze Wissenschaftsgebäude ruht; denn sie ist für alle Theile der Chemie, der theoretischen sowohl als der angewandten, fast von gleicher Wichtigkeit, und der Nutzen, den dieselbe dem praktischen Chemiker, dem Mineralogen und Hüttenmann, dem Pharmaceuten, dem Arzte, dem rationellen Landwirthe und Anderen gewährt, bedarf keiner Auseinandersetzung.

Es wäre dies gewiss Ursache genug, die Sache mit möglichster Gründlichkeit, mit ernstem Eifer zu betreiben, brächte die Beschäftig^ung damit auch eben keine Annehmlichkeit mit sich, wie sie dies doch Jedem, der sich ihr mit Lust und Liebe hingibt, unzweifelhaft thnn muss. Denn der menschliche Geist hat ein Streben nacb Wahrheit, er gefüllt sich im Lösen von Räthseln, und wo böten sich ihm mehr, bald leichter, bald schwerer zu lösende, als eben hier. Wie aber ein Räthsel, eine Aufgabe, deren Lösung wir nach längerem Sinnen nicht finden können, den Geist unlustig macht und entmuthigt, so ist dies auch bei jeder chemischen Untersuchung der Fall, wenn man dabei seinen Zweck nicht erreicht hat, wenn die Resultate nicht den Stempel der Wahrheit^ der unumstösslichcn Gewissheit tragen. Es muss daher ein Halbwissen, wie überall, so ganz besonders hier, für Hchlinnner als ein Nichtwissen erachtet und vor oberflächlicher Beschäftigung mit der chemischen Analyse ganz vorzüglich gewarnt werden.

§. 1.] Die Operationen. 5

Eine qualitative Untersucbung kann man in zweifacher Absicht anstellen, entweder nämlich zum Beweise, dass irgend ein bestimmter Körper in einer Substanz vorhanden oder nicht vorhanden sei, z. 6. Kalk in Brunnenwasser; oder zweitens zur Nach Weisung aller Bestandtheile einer chemischen Verbindung oder eines Gemenges. Gegenstand einer chemischen Analyse aber kann, wie natürlich, jeder Körper sein.

Da aber nicht alle Elemente für die praktische Chemie von gleicher Wichtigkeit sind, indem nur eine gewisse Anzahl derselben in der Natur verbreiteter vorkommt und bei der Fabrikation chemischer Pro- ducte, in der Metallurgie, der Pharmacie, dem Handel, den Künsten, Gewerben und der Landwirt)ischaft Bedeutung hat, während die ande- ren fast nur Bestandtheile selten vorkommender Mineralien sind , so werden in dem vorliegenden Werke, um Anfangern das Studium und praktischen Chemikern die Arbeit zu erleichtern, nur jene Elemente sammt ihren wichtigeren Verbindungen ausführlich, diese dagegen kürzer und in einer Weise behandelt, dass man das Studium derselben von dem jener ohne Schwierigkeit trennen kann.

Das Studium der qualitativen Analyse beruht nun hauptsächlich auf vier Punkten, nämlich erstens auf der Bekanntschaft mit den Opera- tionen, zweitens auf dem Kennen der Reagentien und ihrer An- wendung, drittens auf der Kenntniss des Verhaltens der Körper zu den Reagentien, und viertens auf dem Verstehen des bei jeder Untersuchung einzuschlagenden systematischen Ganges.

Da sich hieraus ergibt, dass die chemische Analyse nicht nur ein Wissen, sondern auch ein Können erfordert, so liegt der Schluss nahe, dass weder eine bloss geistige Beschäftigung damit, noch ein rein em- pirisches Betreiben derselben zum Ziele führen kann, und dass dahin nur die vereinten Wege der Theorie und der Praxis gelangen lassen.

Erster Abschnitt.

I

Die Operationen.

§•1.

Die Verrichtungen, wodurch man chemische Processe herbeiführt und die dadurch gewonnenen Substanzen isolirt, werden mit dem Namen „chemische Operationen" bezeichnet. Diese Verrichtungen sind in der syntheti86hen wie in der analytischen Chemie die nämlichen; sie erleiden nur, in Folge des abweichenden Zweckes und der geringen Quantitäten, mit denen man bei Analysen zu thun hat, gewisse Modi- ficationen.

Die hauptsächlichsten bei qualitativen Untersuchungen in Anwen- dung kommenden Operationen sind folgende.

6 Erster Abschnitt. Die Operationen. [§. 2.

§.2. 1. Die -Auflösung.

^ Nimmt man das Wort Auflösung in seiner allgemeinsten Bedeu- tung, so versteht man darunter die Vereinigung irgend eines Körpers mit einer Flüssigkeit zu einem homogenen Liquidum. Ist dieser Körper gasförmig, so wird die Auflösung Absorption, ist er flüssig, öfters Mischung genannt, ist er aber fest, so hat man eine Auflösung ini engeren oder im gewöhnlichen Sinne.

Eine Auflösung wird um so mehr erleichtert, je feiner zertheilt der aufzulösende Körper ist. Die Flüssigkeit, wodurch die Lösung bewirkt wird, heisst das Auflösungsmittel. Geht dieses mit dem gelösten Körper eine chemische Verbindung ein, so ist die Auflösung eine chemische, geht es hingegen keine bestimmte Verbindung mit demselben ein, so hat man eine einfache Lösung. In einer solchen ist der gelöste Körper un verbunden, mit allen seinen ursprünglichen Eigenschaften, insofern dieselben nicht von seiner Form abhängig sind, enthalten; er scheidet sich unverändert ab, wenn das Lösungsmittel entfernt wird. Lässt man z. B. Kochsalz in Wasser zergehen, so hat man eine einfache Lösung. Der Geschmack derselben ist wie der des Salzes. Man erhält dieses in ursprünglicher Gestalt wieder, wenn man das Wasser verdunsten lässt. Eine einfache Lösung heisst gesät- tigt, wenn das Lösungsmittel so viel von dem aufzulösenden Körpfr aufgenommen hat, als es vermag. Flüssigkeiten lösen aber im Durch- schnitt um so grössere Mengen eines Körpers auf, je höher ihre Tem- peratur ist. Es kann sich also der Ausdruck gesättigt immer nur auf eine bestimmte Temperatur beziehen und es muss als Regel betrachtet werden, dass Erwärmung einfache Lösungen erleichtert und beschleunigt.

Eine chemische Lösung enthält den aufgelösten Körper nicht in dem Zustande und mit den Eigenschaften, die er zuvor besass; er ist nicht frei darin enthalten, sondern mit dem Lösungsmittel, welches seine Eigenschaften ebenfalls eingebüsst hat, zu einem neuen Körper innig verbunden, daher die Lösung jetzt die Eigenschaften dieses neu entstandenen Körpers zeigt. Eine chemische Lösung kann zwar durch Temperaturerhöhung ebenfalls beschleunigt werden, und sie wird es auch in der Regel, indem Ja Erwärmung die Einwirkung der Körper auf einander überhaupt begünstigt; die Quantität des gelösten Körpers aber bleibt bei einer gegebenen Menge des Lösungsmittels auch bei verschiedenen Wärmegraden immer dieselbe, sie ist eine unabänderliche, eine von der Temperatur unabhängige.

Bei der chemischen Lösung nämlich haben das Lösungsmittel und der Körper, auf welchen es einwirkt, stets entgegengesetzte Eigenschaf- ten; ihr Bestreben ist Ausgleichung dieses Gegensatzes. Ist dieses Be-

§. 2.] Die Auflösung. 7

streben befriedigt, so fehlt der Grund zur weiteren Auflösung; es bleiben also weitere Quantitäten des festen Körpers unverändert. Die Lösung heisst alsdann ebenfalls gesättigt oder besser neutralisirt; der Punkt aber, welcher die beendigte Ausgleichung bezeichnet, heisst der Sätti- gungs- oder Neutralitätspunkt.

Die Stoffe, welche chemische' Lösungen bewirken, sind in den meisten Fällen entweder Säuren oder Alkalien. Sie bedürfen mit wenigen Ausnahmen zuvor eines einfachen Lösungsmittels, um als Flüssigkeiten zu erscheinen. Hat sich der Gegensatz zwischen Säure und Base ausgeglichen, und ist die neue Verbindung entstanden, so erfolgt der wirkliche Uebergang in flüssige Form nur dann, wenn der neue Körper die Eigenschaft hat, von der vorhandenen' Flüssigkeit zu einer einfachen Lösung aufgenommen zu werden. Bringt man z. B. eine Auflösung von Essigsäure in Wasser mit Bleioxyd zusammen, so erfolgt zuerst eine chemische Verbindung der Säure mit dem Oxyd, sodann eine einfache Lösung des entstandenen essigsauren Bleioxyds in dem vorhandenen Wasser.

Auflösungen werden in chemischen Laboratorien in der Regel in der Art bewirkt, dass man die Substanzen mit der Flüssigkeit in Becher- gläsern, Kochflaschen, Proberöhren oder Schalen digerirt oder erhitzt. Bei chemischen Lösungen ist es in der Regel am besten, den zu lösen- den Körper zuerst mit Wasser (oder der überhaupt in Anwendung kommenden indifferenten Flüssigkeit) zusammenzubringen und dann allmählich die chemisch einwirkende Substanz zuzufügen. Man ver- meidet so einen grossen Ueberschuss der letzteren, verhütet eine zu heftige Einwirkung und bewirkt, dass die Auflösung leicht und voll- ständig erfolgt. Nicht selten trifft es sich nämlich, dass das bei der chemischen Vereinigung entstehende Product sich nicht löst, wenn ein Ueberschuss des chemisch einwirkenden Lösungsmittels vorhanden ist. In dem Falle umhüllen die erst entstehenden, in der vorhandenen Flüssigkeit unlöslichen Theile des Salzes die noch ungelösten Partien und schwächen oder verhindern die weitere Einwirkung; so löst sich Witherit (kohlensaurer Baryt) leicht, wenn man ihn, gepulvert, mit Wasser übergiesst und allmählich Chlorwasserstoffsäure zufügt, schwer und unvollkommen dagegen, wenn man ihn in eine irgend concentrirte Lösung von Chlor wasserstoffsänre in Wasser einträgt; denn Chlorbaryum löst sich zwar leicht in Wasser, aber nicht in wässeriger Salzsäure.

Den Gegensatz zur Auflösung bilden die zwei folgenden Operatio- nen, die Krystallisation und die Fällung (Präcipitation), in der Art, wie sie am häufigsten vorgenommen werden, indem sie in der Regel das üeberführen eines flüssigen oder gelösten Körpers in feste

8 Erster Abschnitt. Die Operationen. [§. 3.

Form zum Zwecke haben. Da beide im Durchschnitt auf derselben Ursache, nämlich auf dem Mangel an Lösungsmitteln beruhen, so ist ihre scharfe Begrenzung unmöglich, sie gehen in vielen Fällen in ein- ander über. Wir betrachten jedoch beide gesondert, da sie sich in ihren extremen Formen wesentlich unterscheiden, und da die speciellen Zwecke, welche wir durch dieselben zu eri'eichen suchen, meist sehr verschieden sind.

§.8. 2. Die Krystallisation.

Man versteht darunter im weiteren Sinne jede Operation, jeden Vorgang, wodurch ein Körper in eine feste, mathematisch bestimmbare regelmässige Form übergeführt wird. Da jedoch solche Formen, welche wir Krystalle nennen, um so regelmässiger, also vollkommener, werden, je langsamer die Operation eingeleitet wird, so verbindet man mit Kry- stallisation stets den Nebenbegri£P der langsamen Ausscheidung, des allmählichen Uebergauges in feste Form. Die Bildung der Krystalle hängt von der gesetzmässigen Anordnung der kleinsten Körpertheilchen ab ; sie kann bloss stattfinden, wenn diesen freie Bewegung möglich isi^ also in der Regel nur, wenn ein Körper aus flüssigem oder gasförmigem Zustande in den festen übergeht. Die Fälle, in denen ein blosses Glühen oder Erweichen eines starren Körpers schon hinreicht, dem Streben der kleinsten Körpertheilchen nach gesetzmässiger Anordnung (nach Krystallbildung) Folge zu geben, sind als Ausnahmen zu betrach- ten, z. B. das Trübwerden (die Krystallisation) des Gerstenzuckers, wenn er feucht wird.

Um eine Krystallisation einzuleiten, müssen in der Regel die Ur- sachen der flüssigen oder Gasform eines Körpers aufgehoben werden. Diese Ursachen sind entweder nur Wärme, z. B. bei geschmolzenen Metallen, oder nur Lösungsmittel, wie bei einer wässerigen Koch- salzsolution , oder beide vereinigt, wie bei einer heiss gesättigten Lösung des Salpeters in Wasser. Im ersten Falle erhält man also Krystalle durch Abkühlung, im zweiten durch Verdunstung und im dritten durch jedes der beiden Mittel. Der am