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Bericht über die zur Bekanntmachung geeigneten Verhandlungen

_ der Königl. Preufs. Akademie der Wissenschaften zu Berlin.

Aus dem Jahre 1847,

Berlin.

Gedruckt in der Druckerei der Königlichen Akademie der Wissenchaften.

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Bericht über die zur Bekanntmachung geeigneten Verhandlungen der Königl. Preufs. Akademie der Wissenschaften zu Berlin |

im Monat Januar 1847.

Vorsitzender Sekretar: Hr. v. Raumer.

4. Januar. Sitzung der physikalisch - mathe- matischen Klasse. Hr. H. Rose las über das Verhalten des metallischen Zinks gegen Queksilberauflösungen. Das Zink fällt vollständig das Queksilber aus den Auflösun- gen des salpetersauren und schwefelsauren Queksilberoxyds, nach- dem in diesen durch Salpetersäure und Schwefelsäure die Fäl-

“lung der basischen Salze verhindert worden ist. Das Queksilber

scheidet sich als graue Kügelchen aus, ohne sich mit dem Zinke zu verbinden.

Gegen eine Queksilberchloridauflösung verhält sich zwar Zink eben so; hat man aber zu derselben Chlorwasserstoffsäure gesetzt, so wird die in die Auflösung gelegte Zinkstange blank und glänzend. Es findet dabei keine Gasentwicklung statt, nur einige Gasblasen adhäriren beständig an der blanken Oberfläche des amalgamirten Metalls. Das Queksilber wird nur unvollstän- dig aus der Auflösung gefällt, aber nicht als ein Niederschlag von grauen Kügelchen, sondern es verbindet sich mit dem Zinke; und selbst nach mehreren Tagen kann in der Auflösung durch Reagentien die Gegenwart des Queksilbers nachgewiesen wer- den. Der Erfolg erscheint noch sonderbarer, wenn man eine Zinkstange in Chlorwasserstoffsäure legt und eine Queksilber- chloridauflösung hinzugiefst, wenn die Gasentwicklung sehr stark im Gange ist. Dieselbe hört dadurch plötzlich auf; das Zink

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wird blank und glänzend, und das Queksilber ist nach mehreren Tagen nur unvollständig aus der Auflösung ausgeschieden.

Es ist nothwendig, dafs wenn das amalgamirte Zink sein merkwürdiges Verhalten gegen Queksilberchloridauflösung behal- ten soll, freie Säure zugegen sein muls. Es ist hierbei gleich- gültig, ob diese freie Säure Chlorwasserstoffsäure, Schwefelsäure oder Salpetersäure sei, welche letztere beide bekanntlich das Queksilberchlorid nicht zersetzen können. Hat man Zink mit diesen Säuren übergossen, so hört die stürmische Entwicklung von Wasserstoffgas und Stickstoffoxydgas sogleich auf, wenn Queksilberchloridauflöfung hinzugefügt wird.

Das Eisen fällt das Queksilber aus den Auflösungen seiner Oxydsalze so vollständig wie das Zink, und auch aus einer Quek- silberchloridauflösung wird das Metall vollständig durch Eisen ausgeschieden, und ein Zusatz von Chlorwasserstoffsäure hemmt weder die Gasentwicklung, noch die Ausscheidung des Queksil- ber. Da das Eisen sich nicht amalgamirt, so erfolgt die Aus- scheidung des Queksilbers als ein Niederschlag von Kügelchen.

Während das Zink aus einer salpetersauren Queksilberoxy- dulauflösung das Queksilber vollständig ausscheidet, ist es nicht im Stande, das Queksilberchlorür, selbst im frisch gefällten Zu- stande bei Gegenwart von Wasser zu zerlegen. Die Unlöslich- keit des Salzes kann in so fern wohl nicht die Ursach dieser Erscheinung sein, da bekanntlich das Chlorsilber sehr leicht durch Zink bei Gegenwart von Wasser zersetzt wird. Auch das un- lösliche schwefelsaure Queksilberoxydul wird bei Berührung mit Wasser durch Zink nicht reducirt; nach mehreren Tagen amal- gamirt sich indessen das Zink ein wenig, besonders bei Gegen- wart von etwas freier Schwefelsäure.

Hierauf las Hr. Poggendorff über ein Mittel zur Be- förderung der galvanischen Wasserzersetzung.

In einer der K. Akademie im November vorigen Jahres ge- machten Mittheilung hat der Verf. gezeigt, dafs die galvanische Wasserzersetzung zwischen Platinplatten bedeutend erleichtert wird, wenn man diese Platten im platinirten Zustande anwendet. Als er kürzlich eine seiner älteren Abhandlungen durchblätterte, wurde er gewahr, dafs die Möglichkeit gegeben sei, denselben

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Zweck noch durch ein anderes, und sogar wirksameres Mittel zu erreichen, welches, wenn es auch gerade keine praktischen Vortheile gewährt, doch in theoretischer Hinsicht Interesse ge- nug besitzt, um einmal der experimentellen Prüfung unterworfen zu werden.

Das Mittel gründet sich auf die elektromotorische Kraft, die entwickelt wird, wenn von zwei Platinplatten die eine in einer sauren, die andere in einer alkalischen Flüssigkeit steht, und die nöthigen Verbindungen gemacht sind. In der Abhandlung, wel- che hier gemeint ist, und von welcher sich in den Monatsbe- richten vom November 1841 ein Auszug befindet, hat der Verf.

mehre Ketten der Art untersucht, unter anderen zwei, in wel-

chen die saure Flüssigkeit aus verdünnter Schwefelsäure bestand, und die in der Kalilösung stehende Platte entweder von Platin oder von Eisen war. Die elektromotorische Kraft ergab sich, wenn die gefundenen Zahlen auf die jetzt vom Verf. gewählte Einheit reducirt werden, für die Platin - Platin - Kette etwa = 10,0 und für die Eisen - Platin - Kette anfangs etwa = 23, 0, spä- ter = 18, 0.

Offenbar kann man diese Kräfte benutzen, um die Kraft einer anderen Kette, die man mit einer der oben genannten ver- bunden hat, zu verstärken, und voraussichtlich mufs dann, bei zweckmälsiger Wahl der zweiten Kette, eine Wasserzersetzung mit Ausscheidung beider Gase erfolgen. Combinirt man z. B. eine Grove’sche Kette, deren Kraft unter gewöhnlichen Umstän- den meistens = 31 ist, mit jener Platin-Platin-Kette, so hat man eine disponible Kraft = 41, die mehr als hinreicht die Polarisa- tion zu überwältigen. Ein noch stärkeres Übergewicht gewährt die Eisen-Platin-Kette, und selbst mit dieser muls man beide Gase des Wassers erhalten, da das Eisen, wenn man nur ge- schmiedetes oder gewalztes nimmt, auch unter der Wirkung des Stromes keinen oder einen sehr unbedeutenden Angriff von der Kalilösung erleidet.

Diese Erwartungen haben sich vollkommen bewährt. Als der Verf. eine einfache Grove’sche Kette mit einer der genann- ten Ketten gleichsinnig verknüpfte, d. h. so, dafs die Zinkplatte der ersteren, mit der in Schwefelsäure stehenden Platinplatte der letzteren verbunden war, trat sogleich lebhafte Wasserzersetzung

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ein, bei welcher der Sauerstoff an der in der Kalilösung befind- lichen Platte entwich.

Besonders lebhaft war dieser Prozels bei Anwendung der Eisen-Platin-Kette, wie sich dies wegen ihrer bedeutenden elektromotorischen Kraft schon voraussehen liefs. Unter eben nicht günstigen Verhältnissen des Widerstands entwickelten sich ungefähr 5 C. C. Knallgas pro Minute, d. b. mehr als doppelt so viel als früher ein Voltameler mit platinirten Platten, die beide in verdünnter Schwefelsäure stehen, geliefert hatte.

Noch mehr zeigte sich das Übergewicht dieses Verfahrens über die Anwendung blofs platinirter Platten dadurch, dals sogar eine einfache Daniell’che Kette, die bekanntlich sonst unter keinen Umständen eine sichtbare Wasserzersetzung zwischen Platinplat- ten bewirkt, mit Hülfe desselben diesen Prozefs zu Stande brachte, obwohl immer in geringerem Grade. Verknüpft mit der Eisen- Platin-Kette gab sie etwa 0,8 C.C. Knallgas, d. h. etwa so- viel als eine Grove’sche Kette von ähnlichen Dimensionen im Voltameter mit blanken Platinplatten geliefert hatte.

Der Verf. hat sich zu diesen Versuchen eines Apparats bedient, der eine Abänderung und Vervollkommnung desjenigen ist, welchen Daniell in den Philosoph. Transact. f. 1844 be- schrieben hat. In diesem, für quantitative elektrolytische Unter- suchungen unentbehrlichen Apparat bekommt man die beiden Gase der Wasserzersetzung gesondert, wenigstens wenn man es will, und man hat dadurch Gelegenheit zu prüfen, ob sie in dem richtigen Verhältnisse stehen.

Bei der Platin-Platin-Kette ist wohl vorweg nicht daran zu zweifeln; allein bei der Eisen-Platin-Kette liefs sich fürchten, dafs durch Bildung von etwas eisensaurem Kali ein kleiner Ver- lust am Sauerstoffgase entstehe.

Und wirklich ist diefs der Fall oder war es wenigstens bei der Eisenplatte, die der Verf. zu diesen Untersuchungen anwandte. Die Kalilösung blieb nicht hell, sondern färbte sich roth, ob- wohl sehr schwach, was bei der ungemein tingirenden Kraft des eisensauren Kalis schon vorweg auf eine nur geringe Absorption des Sauerstoffs schliefsen liels. Diels bestätigte sich auch bei wiederholten Versuchen. So erhielt er bei einem derselben

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22,75 C.C. Sauerstoffgas gegen 47,5 C. » Wasserstoflgasg nach

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letzterem gerechnet hätten 23,75 C. C. Sauerstoffgas erhalten werden müssen, also war 1 C.C. dieses Gases zur Bildung von eisensaurem Kali verwandt worden. Für die meisten Zwecke möchte dieser geringe Verlust wohl zu vernachläfsigen sein, zu- mal man seinen Betrag aus dem entwickelten Wasserstoffgas be- stimmen kann.

Ein erheblicherer Nachtheil dieser Methode der Wasserzer- setzung besteht dagegen darin, dals die poröse Thonwand, die man nothwendig zur Trennung der beiden Flüssigkeiten anwen- den mufs, sich nach und nach durch das darin krystallisirende schwefelsaure Kali mehr oder weniger verstopft, ja bei längerem Gebrauch wohl gar aufblättert und berstet. Diesem Übelstand läfst sich nur durch Anwendung eines nicht zu hohen Concen- trationsgrades der Flüssigkeiten entgegenwirken, wobei wenig- stens keine Zerstörung. der Thonwand eintritt.

Der Verf. glaubte daher, die Anwendung einer Säure, die mit Kali ein leichtlösliches Salz bildet, würde gradmälsiger sein. Zu dem Ende wandte er Essigsäure an, sah sich aber in seiner Erwartung getäuscht; denn die Wirkung war ungleich schwächer als bei Anwendung von Schwefelsäure, zum Theil offenbar we- gen geringer Leitungsfähigkeit der ersten Säure. Es gab ihm diels Veranlassung die Essigsäure zwischen Platinplatten allein dem Strom einer Grove’schen Kette zu unterwerfen. Die Wir- kung der geringen Leitungsfähigkeit war auch hier nicht zu ver- kennen, und überdiels schien die Säure eine Zersetzung zu er- leiden.

Zum Schlufs noch eine Bemerkung! Es könnte scheinen, als sei die beschriebene Wasserzersetzung niemals blos das Werk einer einfachen Kette, da man zu derselben mindestens immer zwei Ketten in gleichem Sinne mit einander verbinden muls. Im ersten Augenblick hat man auch wirklich immer den Strom einer Batterie von mindestens zwei Ketten. Allein man muls erwägen, dals die Kette, welche als Voltameter funktionirt, der Polarisation unterliegt, und dals diese Polarisation eine Gegen- kraft erzeugt, die grölser ist als die ursprüngliche Kraft. Die resultirende Kraft der zweiten Kette ist also während der Was- serzersetzung von entgegengesetztem Zeichen wie die Kraft der polarisirenden Kette, und somit sind dann die Bedingungen ganz

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dieselben wie bei Anwendung eines gewöhnlichen Voltameters, nur dafs hier die aus der Polarisation entspringende Gegenkraft bedeutend geschwächt ist.

Übrigens sind die erwähnten, mit Kali und Säure gebilde- ten Ketten für sich nicht im Stande, eine sichtbare Wasserzer- setzung zu bewirken, und eben so wenig vermag es eine aus irgend einer Anzahl derselben zusammengesetzte Batterie.

7. Januar. Gesammtsitzung der Akademie.

Hr. Ritter las über die geographische Verbreitung von Kameel und Dattelpalme, in ihren Beziehungen zum primitiven Völkerleben des Nomadisirens wie der Festsiedlung; doch kam nur die erste Hälfte der Abhandlung zum Vortrag, welcher eine Karte, zur Erläuterung der Hauptre- sultate beigefügt war, auf welcher die einheimischen Benennun- gen des Kameels bei den verschiedensten Völkerstäimmen, von China bis zum Atlas und vom Nigerstrom bis zum Baikal-See, zu einer Übersicht der Verbreitung und der Züge von beiden die- nen konnten. Hier nur die Schlulsworte, um das aus den Nach- weisungen hervorgehende Ergebnils im allgemeinen zu be- zeichnen.

Da wir hier nicht die Naturgeschichte, sondern die geo- graphische Verbreitung des Kameeles in seinen Beziehungen zur Natur- und Völkergeschichte im Auge hatten: so sind wir nun zum Schluls eines Hauptumrisses seiner Verbreitungssphäre nach primitiver, wilder und Cultur-Heimat, wie der Hauptwanderun- gen dieses dem Menschen so geselligen Heerdenthiers seit den patriarchalischen Zeiten, mit den mannichfaltigsten Völkerzügen gelangt, und in den verschiedenen Jahrhunderten bis zu den äufsersten Extremen ihrer Cultur- und Lebenszone fortgeschrit- ten, wo die Natur- und Culturverhältnisse selbst ihrem Orga- nismus oder ihrer nützlichen Anwendung für die Industrie und den Haushalt der Völker eine Grenze setzten. Diese Natur- grenze wurde dem Organismus dieses continentalen Thieres der trocknen Wüstenlandschaft gesetzt: gegen Ost- und Südost- Asien durch das tropischschwüle, maritime, indische und hinter- indische Clima des Elephantenlandes, und der Regenzone der

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Kokoswaldung; gegen Norden, am obern Jenisei, Baikal, der Angara und Lena durch die Rennthierzone des dort beginnenden Sub-Polar-Clima’s mit dem 54° bis 56° NBr. Gegen NW,, jenseit der flachen, holzreichen Steppenländer der Nomadenvöl- ker am Telezkoi und Irtysch, durch das Bergwerksleben am erz- gebirgigen Altai, wie am Ural, der Wolga und der Taurischen Steppe, durch die Agricultur auf dem europäischen Fruchtboden ‚mit der Festsiedlung seiner Bewohner.

Im Maghreb, oder der Nordhälfte des afrikanischen Erdtheils zeigte sich die Kameelzone, die Libysche, gegen den Norden, wie vom erythräischen Osten bis zum atlantischen Westen, so weit Berberstämme, wie Beduinen und Mauren die Sahara und ihre Oasen durchstreifen, unbegrenzt; wol aber südwärts der- selben limitirt durch die Zone des tropischen Regenniederschlags, oder der nassen Jahreszeit, entlang den Stromthälern des Sene- gal, Nigersystems und des Bahr el Abiad, mit denen die Sand- und Kies-Strecken der Länder sich in üppigen, waldreichen Frucht- und Überschwemmungs-Boden umwandeln, vor dem die Organisation des Wüstenthiers zurückweicht. Eben da ist es, wo der Gürtel der centralen Negerstaaten des Sudan beginnt, oder das Land der Schwarzen, bei denen Esel und Rinder als allgemeine Transportthiere, dem Clima angemessener, gedeihen, oder, wo der Neger sein eigner Lastträger geworden ist.

Innerhalb dieser extremen so mannichfaltigen Umgrenzung der Kameelsphäre der alten Welt, die nur sparsame Colonisa- tion in die südlichste Spitze der drei Halbinseln Südeuropa’s und über die Canarischen Inseln in die neue Welt zu übersie- deln vermochte, zeigten sich nur zwei historisch ermittelte Lo- kalitäten der Urheimat des Kameels in seinem primitiven, wilden Zustande: zu Agatharchides und Artenidors Zeiten, im nördli- chen Hedschas, an der Ostseite des Golfs von Aila, bei dem antiken Araber-Tribus der Barizomen, den spätern Beni Djou- dhäm, und im hohen Thian-Schan, dem Himmelsgebirge am Bogdo Oola, bei Turktatarischen Völkern im hohen Turkestan; der chinesischen unverfänglichen Sage nach (wo das windfülsige Kameel, Fung kiotnö) auch in der östlichen Gobi am Lop-See, gegen die Grenze von Schensi am obern Hoangho, im antiken Lande der Hiongnu; dagegen im westlichen Maghreb, vielleicht

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noch eine dritte Lokalität, nach Gründen einheimischen primiti- ven Sprachgebrauchs, nämlich bei Oasenvölkern des Berberstam- mes in Libyen.

Das Zuchtkameel findet sich in ältesten unvordenklichen Zei- ten so weit die Geschichte zurückreicht bei Semitischen und Arischen Völkern, in Bactrien (Zarath-Ushtra i. e. fulvos came- los habens, nach Burnouf, im Zend, schon der Name Zoro- asters), Persien, Arabien, Canaan. Es lälst sich die Zeit seiner wahrscheinlichen Einführung noch nachweisen, bei Nordchinesen, bei Buräten, bei den Nordhindus; dann in Lydien im Asia-Mi- nor durch Perser, an dem Pontus in das untere Donauland durch Gothen, in Macedonien durch Perser; bei den Ägyptern in den Zeiten der Pharaonen durch Hebräer in das untere, in das obere Nilthal über Berenike zur Thebais durch Ptolemäer, vielleicht mit ihnen durch Cyrene zu Maurusiern, oder Westafrikanern; später durch Saracenen, und endlich durch die Muhamedanische Eroberung der Araber mit ihren Beduinenstämmen durch alle Gebiete der Libyer bis zur Grenze der Negervölker im Sudan.

Den primitiven, semitischen Völkerstäimmen der Hebräer und Araber, war es als ein unentbehrliches Glied des nomadi- schen Haushaltes vom Anfang an mitgegeben, den Zend und den Ismaälitischen Volkszweigen wurde es ein geheiligtes Thier, den letztern, den Centralarabern blieb es dieses, aus der ältesten Patriarchenzeit bis in die Gegenwart.

Die indische, brahmanische Welt wurde niemals mit dem Kameele vertraut, die Kriegerkaste der Rajputen im Nordwesten (bei einigen Stämmen, den Rhatore und Mewar, wo Pabu, der Kameelgott) ausgenommen, weil ihr das Hirtenleben verächtlich, und der geistig begabtere Elephant, der Mittelpunkt ihrer durch Metempsychose erhöhteren Thierwelt geworden war. Das Cul- turvolk der Ägypter unter den Pharaonen mochte das Kameel wol kennen, aber es war ihnen in ihrem überschwemmungsrei- chen Nilthale, voll Schiffer und Barken zum Transport in ihrer Kornkammer unnütz; sie nahmen es durchaus nicht in ihren Ideenkreis auf, während es diesen ganz bei den Arabern aus- füllte, und durch seine Begabungen und Tugenden zu dessen Humanisirung nicht wenig beitragen mufste. In dessen poeti- schen, bürgerlichen, politischen Welt spielte es die wichtigste

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Rolle. Ohne das Kameel hätte der Araber, und mit ihm der Koran keine Herrschaft vom Indus bis zum Atlas und vom Oxus und Kaukasus bis zum Senegal und Nigerstrom erlangen können. Dem Hebräer, von höherm Schwung und tiefern religiösen An- schauungen, konnte es nicht zum Ideale veredelteren Menschen- lebens dienen, da ihm, seit Abraham, der Jehovadienst eine rei- nere Sphäre des Strebens vorhielt; es sank bei ihm, seiner ho- hen primitiven Bedeutung ungeachtet, seit der Rückkehr aus der Wanderung durch die Wüste, bei festgesiedelter Lebensweise in Canaan, zu seiner wahren, untergeordneten Bestimmung als häuslicher Heerdenbestand zurück, ohne, wie bei dem Araber, der einzige Lenker seines Schicksales, sein Abgott, sein Alles zu werden.

Dem Libyer scheinen die fördernden Gaben dieses vielleicht eben so ursprünglichen, afrikanischen Heerdenthieres, zum Nach- theil seiner sehr zurückgebliebenen Civilisation, wenigstens lange Zeit verborgen geblieben zu sein, ehe er es als Hausthier sich anzueignen vermochte. Dem Culturvolk der Karthager war es durch alle Jahrhunderte seiner blühendsten Existenz bis zum Un- tergange völlig unbekannt geblieben. Erst bei Maurusiern (Mauri) tritt es im Heeresgebrauch, doch nur sehr sparsam, mit den Zei- ten der Caesaren im westlichen Libyen auf: vielleicht doch nur erst in Folge commercieller Verwendung der Ptolomäer im obern Nilthale, und von da zur Cyrenais. Vor Hirtius Pansa’s Commentaren de Bell. Afric. c.68, welcher der ersten Kameele des Königs Juba erwähnt, ist bei Herodot, Strabo, Plinius, wie bei keinem der alten Autoren, nie, die Rede von ihrem Vorkommen auf afrikanischem Boden.

Der Berberstamm verdankt wol nur dem wahrscheinlich erst später eingeführten Kameelgebrauche durch das ganze wüste Libyen mit seinen Oasen nicht nur den gegenseitigen Verkehr, wie dies die überall durch alle Berberzweige die ganz gleichar- tig in den Berbersprachen aufbewahrten eigenthümlichen Ka- meelnamen beweisen, sondern auch seine Rettung vor völligem Untergange, wie seine volksthümliche Erhaltung bis auf den heu- tigen Tag: denn Berberstämme, die Tuarik und Tibboos, sind die besten Kameelzüchter in Afrika.

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Dem Negerstamm und seinem Völkerleben ist der Kameel- gebrauch fremd geblieben: nur mit den Eroberungszügen der arabischen Beduinen durch den ganzen Norden Afrika’s, und mit den religiösen Missionen ihrer Weltbekehrer drang, wie überall, so auch bis zu ihnen, hie und da, dieser Liebling der Araber, selbst, oder auch nur dessen Kunde, wie dies alle Ne- gersprachen beweisen.

Von den Völkern Irans und Turans rückte die Kameel- sphäre am weitesten und allgemeinsten gegen den Norden hin- aus; schon ehe sie dem Islam huldigten. Mit den Hiongnu nach Schensi, mit den östlichen Turkue, zur Zeit der Han-Dynastie, nach Nord-China; mit den Mongolen durch ganz Kitaja, die Dauurischen und Baikalischen Länder, bis zu den Rennthier - Tungusen; mit den Turkzweigen, den Hakas, oder nördlichen Kirghisen, bis zu ihren nördlichsten Verzweigungen zu den Rennthier - Samojeden am Vorsprung des Ergik Targak - Tagai. Mit den westlichen Stämmen der nomadischen Kirghisenvölker, und Kalmückenhorden, nach dem Süden Sibiriens und dem Ural, zu Baschkiren, die es in ihre Heerden aufnahmen, indels die Finnischen Völkerstämme im Norden, wie die Negerstäimme im Süden, sich nicht mit denselben vertraut machen konnten.

Mit Turkomanen, Osmanen und Tataren rückte es, wie einst mit Gothen und Mongolen aus Aralischen in Caspische und Pon- tische Steppen, wie in Kleinasien, Rumilien, die Krim, an den Bosporus und in das Donaudelta ein.

Nedschd, das centrale hohe Arabien war, von jeher, und blieb, Om el Bel, das Mutterland der Kameele; Syrien, wie einst der Aramäer Land, und Mesopotamien, der Ort des Aus- und Umtausches, der grolse Kameelmarkt für Vorderasien. Nubien wurde erst in späteren Zeiten, mit Dar Fur und Kordofan, das Om el Bel für das Nilthal und seine mameluckischen wie türki- schen Beherrscher, bei denen Kameelzucht nun in grolsem Styl angewendet wurde für Karavanenzüge, Mekkawallfahrt und Krieg- führung, wie dies im gröfsten Styl zur Zeit der Grols-Mogule seit Kaiser Akbar, für Transport-, Post- und Kriegs-Wesen durchgeführt ward am obern Indus und Ganges und noch be- trieben wird, im colossalsten Style aber von der Mandschu-Dy- nastie in Kotai oder Nordchina, am Hoangho wie bei den Kal-

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kas und Tsakar am Südrande der Gobi, wodurch allein eine Transportvermittlung zwischen Peking und Kiachta, über den Hochrücken Centralasiens möglich ward.

Das Kameel-Land wendet sich ab von den Gestadezonen der Erde; es gehört bis jetzt dem äulsern Gestadegürtel, wel- cher die oceanische Aulsenwelt des Planeten umgiebt, noch gar nicht an, und nähert sich ihm nur an der äquatorialen Nord- küste des östlichen, mittleren Afrikas. Das Thier steigt aber nirgend auf die Südseite des Äquators hinüber, wo vielleicht nur die Länder der Südhemisphäre, in Chile, Patagonien und Neuholland, auch wol das Plateau des Caplands, seinen Organis- mus fördernd anzunehmen im Stande sein möchten. Die gröfste Wolthat könnte es für das, aller Transportthiere ursprünglich entbehrende Australland werden.

Die Verbreitung des Kameels ist also, ihrer Weite unge- achtet, doch noch sehr beschränkt gegen die seines mehr poeti- schen Gefährten, des Pferdes, dessen cosmopolitische Natur seine Sphäre durch alle Zonen des Erdballs verbreitet hat, weil seine Bildungsfähigkeit, sich auch dessen extremen Verhältnissen anzu- bequemen, ihm zur Mitgift geworden war. Das Kameel flieht das Elephanten- und Tiger-Land; es bleibt vor dem Rennthier- Lande zurück; es breitet sich durch den grölsern Theil des ihm homogenen Löwenlandes, nur nicht wo dieses in den afrikani- schen Süden übergeht, aus. Es flieht die Zone des Kokoswal- des; es schliefst sich auf das innigste der Zone der Dattelpalme an, reicht aber noch weit über diese gegen den Norden hinaus, und steigt aus dem heilsen Tieflande des Tehama, Gedrosiens, Karamaniens und des Pendschab, weit über dieselbe in das ab- solut hochgelegene Plateauland hinauf, die eigentlichen Hochge- birgs- und Alpenländer vermeidend. Es ist das Thier des salz- reichen, sandigen Kies- und Steppenbodens, mit den Salzkräu- tern, holzigen, stachlichen Pflanzen und der dornigen Mimosen- und Acacien-Vegelation.

Es ist die Hauptbedingung des nomadischen Völkerlebens auf der Stufe patriarchalischer Völkerentwicklung in den heilsen, fast tropischen, vorzüglich aber subtropischen, fast regenlosen, wie in den temperirten regenärmeren Länderstrichen des Plane- ten, bis zur Grenze des temporären leicht wieder verschwin-

14 denden winterlichen Schneeniederschlags. Sein Wolsein ist an das Continental-Clima gebunden.

Den transatlantischen neuen Welten, Amerika und Neuhol- land blieb die Gabe dieses Thiers vom Anfange an versagt, und darum entbehrten sie auch die Stufe der patriarchalischen Völ- kerentwicklung nomadisirender Hirtenvölker, die in der Ge- schichte der Menschheit der Alten Welt eine so eigenthümliche Bedeutung, auf einer Vorstufe höherer Ausbildung gewonnen haben.

Darauf las Hr. Karsten über: die Steinsalzablagerung bei Stafsfurth und über das Vorkommen des Boracit als Gebirgsart im dortigen Steinsalzgebirge.

Die Reichhaltigkeit der Salzsoole aus dem Soolbrunnen der Saline zu Stafsfurth, sie enthält 17,16 Procent Rohsalz, und das Gebirgsverhalten in der Umgebung der Saline, liefsen es nicht bezweifeln, dafs die Steinsalzablagerung, aus welcher der Soolbrunnen genährt wird, ganz in der Nähe desselben an- zutreffen sein werde. Der Hauptbrunnen ist 171,5 Fuls tief; er steht 34,5 Fuls in Alluvialschichten und im Schuttgebirge, wel- ches die Bode aufgehäuft haben mag, denn der Brunnen liegt ganz nahe am rechten Ufer des Flusses. Die folgenden 137’ sind in milden, thonigen, rothgefärbten Sandsteinschichten des bunten Sandsteins niedergebracht. In einer Entfernung von nur 470 Fufs von diesem Soolbrunnen ward im Jahr 1839 zur Nie- derbringung eines Bohrlochs geschritten, um die Steinsalzabla- gerung aufzusuchen. Der zu diesem Zweck abgeteufte Bohr- schacht erreichte eine Tiefe von 62 Fuls, worauf das weitere Abteufen eingestellt und zur Bohrarbeit geschritten ward, weil man feste, zum Bohren geeignete Gebirgsschichten in jener Tiefe angetroffen hatte. Die Alluvialschichten haben im Bohrschacht eine Mächtigkeit von 26 Fuls; die folgenden 36 Fufs stehen schon in einem roth gefärbten, glimmerreichen Thon, welcher unbezweifelt zum bunten Sandstein gehört. Die Hängebank des Bohrschachts liegt 221 Fufs über dem Meer. In dem Bohrloch wurden die Schichten des bunten Sandsteins in einer Mächtig- keit von 520’ 2” durchbohrt, dann folgte, 67’ 54” mächtiger, milder Gips, worauf der Anhydrit angetroffen und in einer Ge-

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sammtmächtigkeit von 147’ 95” durchbohrt ward. Das Bohr- loch hatte jetzt eine absolute Tiefe von 797 Fuls 5 Zoll oder eine Tiefe unter dem Meeresspiegel von 576’ 5” erreicht und stand 26 Fuls - Zoll in Alluvialschichten,

556 - 2 - im bunten Sandstein,

67 - 55 - im Gips,

447 - 95 - im Anhydrit.

797 Fuls 5 Zoll.

Schon in einer Tiefe von. 790’ und 794’ zeigten sich die ersten Spuren von Steinsalz in dem Anhydrit. Als dieser aber in der angegebenen Tiefe von 797’ 5” durchbohrt worden war, traf man auf 28° 105” mächtige Schichten, deren Beschaffenheit nur nach dem Bohrschmand und nach einzelnen von dem Boh- rer abgetrennten und erst bei dem Reinigen des Bohrlochs her- aufgebrachten derberen Stücken beurtheilt werden konnte. Dem Anschein nach bestanden sie aus blaugrauen Mergeln, aus weils und röthlich gefärbtem Gips und aus grauem Kalkstein, welche in ganz unbestimmter und rascher Folge wechselten. Aus die- ser 28’ 105 mächtigen Schicht, deren nähere Untersuchung un- gemein wünschenswerth gewesen wäre, welche aber leider nun nicht eher geschehen kann, als bis man sie in der Folge mit einem neuen Bohrloch, oder, noch besser, mit einem Schacht durchörtern wird, rührt unbezweifelt auch ein Fossil her, auf welches erst später, beim Aufräumen des schon im Steinsalz ste-

henden Bohrlochs, die Aufmerksamkeit gerichtet ward. Dals

jene Schichten dem Steinsalzgebirge angehören ist nicht zwei- felhaft; man würde auch wahrscheinlich das Steinsalz in dem Bohrschmand gefunden haben, wenn es nicht durch das Wasser im Bohrloch ausgelaugt worden wäre. Nachdem die Schichten in der Mächtigkeit von 28’ 105” durchbohrt waren, traf man das Steinsalzlager in der Bohrlochstiefe von 826’ 34”, also 605’

34” unter dem Meeresspiegel. In dem Steinsalz ist das Bohr-

loch bis zur Mitte des Monats December 1846 154’ 54” nie- dergebracht und das Bohrloch hatte bis dahin die Tiefe von 980’ 9” erreicht.

Schon bei dem Abteufen des Bohrschachtes zeigte sich eine Soole von 7,9 Procent Rohsalzgehalt, welche nach beendigter Niederbringung des Schachtes bis 18 Fuls unter der Hängebank

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aufstieg und sich dabei ganz unabhängig von dem Soolenstande im Soolbrunnen verhielt. Als das Bohrloch in den Schichten des bunten Sandsteins eine Tiefe von 550 Fufs erreicht hatte, war der Rohsalzgehalt bis 12,7 Procent gestiegen; er nahm schnell bis 18,3 Procent zu, als der weilse, milde Gips ange- bohrt worden war, und erhöhete sich in den Anhydritschichten bis 21,8 Procent. Leider ist die chemische Untersuchung und die Vergleichung der Bestandtheile dieser Soole mit derjenigen der Soole in dem nahen Soolbrunnen, deren Rohsalz nur 5,507 Procent fremde Salze und 94,493 Procent Kochsalz enthält, ver- säumt worden. Dies ist besonders, deshalb zu bedauern, weil der Rohsalzgehalt der Bohrlochssoole sogar in den festen und geschlossenen Anhydritschichten, in der Bohrlochstiefe von 776’ 9” fast plötzlich bis 27,401 Proc., also bis zur Sättigung zu- nahm. Die Freude über die erbohrte reiche Soole, deren spe- cifisches Gewicht, folglich auch deren Rohsalzgehalt noch zu- nahm, als man das Steinsalz erbohrt hatte, ward jedoch durch die bei der Untersuchung derselben gefundenen Resultate ge- trübt, indem sich unter den 31,1 Procent Rohsalz, welche sie enthielt, nur 15,815 Kochsalz befanden, also die grölsere Hälfte aus anderen Salzen bestand, unter denen das Chlormagnium mit 12,99 Procent vorwaltete. Die Soole enthielt also weniger Kochsalz als die aus dem nahen Soolbrunnen von nur 1,13 spe- cifischem Gewicht. Die nicht erwartete und für die Benutzung . der Soole sehr ungünstige Beschaffenheit derselben, führte zur Untersuchung des eben erst erbohrten Steinsalzes, wobei sich ergab, dafs dasselbe aus Kochsalz und Bittersalz bestehe und dafs die Verhältnisse beider Salze zu einander sehr veränderlich wa- ren, weil sie ohne Zweifel durch die Bohrlochssole selbst ver- ändert und theilweise aufgelöst wurden, ehe sie mit dem Bohr- löffel zu Tage gebracht werden konnten. Nur einmal gelang es, einige Stücken Steinsalz in einem anscheinend unveränderten Zustande zu erhalten. Die Analyse ergab die eigenthümliche Zusammensetzung des Salzes zu 10 Mischungsgewichten Koch- salz und 1 Mischungsgewicht wasserfreiem Bittersalz, so dafs der Martinsit aus 90,73 Kochsalz und 9,27 Bittersalz besteht. Gefunden wurden, nach drei übereinstimmenden Analysen, 90,98 Kochsalz und 9,02 Bittersalz, ohne Rücksicht auf den 0,3 Proc,

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betragenden, im Wasser unauflöslichen Rückstand, welcher als Gips angesehen ward, bis eine spätere Veranlassung eine ge- nauere Prüfung nothwendig machte, aus welcher sich ergab, dafs der unauflösliche Rückstand nur zum geringsten Theil aus Gips und gröfstentheils aus Boracit bestehe. Der Martinsit giebt beim Reiben einen bituminösen Geruch und löst sich mit sehr schwa- chem Knistern, ähnlich dem Knistersalz von Wieliczka, im Was- ser auf.

In der Hoffnung, dafs sich die Beschaffenheit des Steinsal- zes, also auch die der Soole ändern werde, ward die Bohrar- beit fortgesetzt; obgleich aber das Bohrloch in der Mitte des December 1846 schon 154’ 54” im Steinsalz stand, so ist die erwartete Änderung bis jetzt nicht allein noch nicht erfolgt, sondern das Steinsalz ist sogar ungleich unreiner geworden, als in den oberen Teufen, sowohl hinsichtlich des Gehaltes an Bit- tersalz, als vorzüglich hinsichtlich der im Wasser unauflöslichen erdigen Beimengungen, welche im Martinsit nur die Höhe von 0,3 Procent erreichten. Die Einwirkung der Soole im Bohr- loch auf das Salz, wodurch dasselbe so mürbe wird, dafs es sich zwischen den Fingern zerdrücken läfst, macht es unmöglich, die Zusammensetzung mit Zuverlässigkeit zu ermitteln, um zu erfah- ren, ob das Salz die Zusammensetzung des Martinsit behalten hat, oder ob ein anderes Verhältnifs beider Salze zu einander, durch den vergrölserten Bittersalzgehalt im Steinsalz, eingetreten ist, sich also etwa ein Gemenge von Martinsit mit Bittersalz ge- bildet haben möge. Nur so viel hat sich ermitteln lassen, dafs der im Wasser unauflösliche Rückstand des bitteren Salzes aus den grölseren Bohrlochstiefen so beträchtlich zugenommen hat, dafs er bei dem Steinsalz aus 939 Fuls Tiefe 4,37 Procent be- trug. Aus der Tiefe von 959 Fufs fanden sich nur noch 3,85 Procent erdige Beimengungen bei dem Steinsalz und es hatte den Anschein, als ob dasselbe in grölseren Tiefen wieder reiner werde angetroffen werden. Dieser Rückstand besteht aus Gips, aus Kieselthon (Salzthon, jedoch ohne Spuren von Dolomit) und aus etwas Eisenoxydhydrat. Durch diese Beimengung von Kie- selthon und oxydirtem Eisen, erhält das Steinsalz das Ansehen eines salzhaltigen Mergelgebirges, welches sich durch die Ein- wirkung der unreinen Bohrlochssoole in einem fast aufgeweich- I x

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ten Zustande befindet. Ein Boracitgehalt ist in dem unauflös- lichen Rückstand von diesem Salz nicht mehr aufzufinden. Ferner hat sich ergeben, dafs der Gehalt der Bohrlochssoole an Bittersalz und an Chlormagnium sehr bedeutend zugenommen hat. Die Bildung des letzteren in der Bohrlochssoole ist sehr problematisch; ohne Zweifel wird sie durch hinzutretendes Chlor- calcium veranlalst, worauf die Menge von frisch entstandenen Gipsflimmern hindeutet, welche ununterbrochen mit der Soole aus dem Bohrloch hervorkommen. Das zur Zersetzung des Bit- tersalzes erforderliche chemische Äquivalent an Chlorcalcium muls also in der grölseren Tiefe der Steinsalzablagerung nicht mehr in demselben Verhältnifs, in welchem der Gehalt an Bit- tersalz zugenommen hat, hinzutreten können. Die Bohrlochs- soole aus der Tiefe von 963 Fuls geschöpft, enthielt 33,28 Pro- cent Rohsalz, in welchem aber nur 7,15 Procent Kochsalz ent- halten sind. Die wesentlichen Gemengtheile des Rohsalzes sind Bittersalz und Chlormagnium. Die Soole war mit Gips und Kieselthon sehr stark verunreinigt und klärte sich erst nach mehr- tägiger Ruhe. Der Gehalt des beim Abdampfen der Soole er- haltenen Rohsalzes an Eisenoxydhydrat ist in der Soole nicht als Eisenoxydul an Kohlensäure gebunden, vorhanden, sondern

als ein salzsaures Eisenoxydul, indem sich durch langes Stehen _

der geklärten Soole an der Luft basisches salzsaures Eisenoxyd aus derselben absetzte. Unerklärbar bleibt die grofse Verschie- denartigkeit der Bohrlochssoole von der Soole aus dem nur 170 Fuls davon entfernten Soolschacht, eine Verschiedenartigkeit, welche die Hoffnung rechtfertigt, dafs man bei tieferem Nieder- gehen mit dem Bohrloch endlich das reine Steinsalz antreffen werde.

Die Niederbringung des Bohrlochs in der Steinsalzablage- rung hat jedoch nicht ohne Unterbrechung bewerkstelligt wer- den können. Es zeigte sich nämlich eine so grofse Menge von nachfallendem Gebirge aus den Gebirgsschichten, dals das Bohr- loch in Gefahr kam, verschüttet oder verschlämmt zu werden. Deshalb ward es nöthig, zu einer gründlichen Aufsäuberung "zu schreiten und die Verröhrung mit Eisenblech vorzunehmen, wel- che bei der Niederbringung des Bohrlochs vom Tage nieder nur bis zu der Tiefe stattgefunden hatte, wo der Anhydrit an-

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gebohrt worden war. Bei dieser Arbeit ergab sich, dafs der Nachfall von den Gebirgsschichten herrühren müsse, die unter dem festen Anhydrit in einer Mächtigkeit von 28’ 104” durchbohrt worden waren und welche oben als zum Steinsalzgebirge gehö- rend bezeichnet worden sind. Bei dieser Aufsäuberarbeit, wel- che, wegen des ununterbrochen fortdauernden Nachfallens der zum Steinsalzgebirge gehörenden Bildungen, nicht ohne grofse Sorgfalt und Zeitaufwand vollbracht werden konnte, bemerkte man unter dem Nachfall ein derbes Fossil, welches sich durch seine schöne reine weilse fast schneeweilse Farbe aus- zeichnete. Ob es früher, beim Durchbohren der zum Salzge- birge gehörenden Schichten schon in dem Bohrmehl wie wahrscheinlich vorgekommen ist, hat sich nicht mehr ermit- teln lassen. Dies Fossil ward in gröfseren und kleineren Stücken zu Tage gebracht. Es veränderte seine schneeweilse Farbe sehr bald in eine schmutzigweilse, oder vielmehr in eine lichte gelb- lichweilse Farbe. Das specifische Gewicht ergab sich zu 2,9134 (bei 12°C.) Härte zwischen 4 und 5. Das äufsere Ansehen des - Fossils stimmt fast mit dem des weilsen Kalksteins überein. Qua- _ hitative Untersuchungen ergaben, dafs es Boraxsäure, Bittererde, kein Wasser und etwas kohlensaures Eisenoxydul nebst einer nicht bestimmbaren Menge von Eisenoxydhydrat enthalte. Bei der quantitativen Analyse, welche zur Bestimmung der Menge der Boraxsäure nicht anders als durch Verflüchtigung derselben mittelst concentrirter Flufssäure und Schwefelsäure ausgeführt werden konnte, ward folgende Zusammensetzung des Fossils er- mittelt:

29,48 Bittererde,

69,49 Boraxsäure,

1,03 Kohlensaures Eisenoxydul, mit Spuren von kohlensau-

rem Mangan-Oxydul und von Eisenoxydhydrat.

100.

Das Fossil hat also genau die Zusammensetzung des Bora- eit, der bis jetzt nur krystallisirt im Gips bei Luneburg und zu Segeberg in Holstein gefunden worden ist. Dieser derbe Bo- racit löst sich in verdünnter Salz- und Salpetersäure, auch in verdünnter Schwefelsäure leicht auf; die Auflösung in concen-

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trirter Flufssäure erfolgt ebenfalls ohne Anwendung äufserer Wärme. Mit kohlensaurem Natron geschmolzen, bleibt beim Auflösen des geschmolzenen Gemenges in Wasser, noch ein Theil der Boraxsäure an der Bittererde gebunden zurück. Der Rück- halt ist um so gröfser, je geringer das Verhältnifs des kohlen- sauren Natron zum Boracit genommen wird. Ob den basischen Salzen eine bestimmte Zusammensetzung zukommt, ist nicht un- tersucht worden.

Der derbe Boracit hat häufig ein zerfressenes Ansehen auf der Oberfläche. Die Bruchfläche ist dicht und eben, zuweilen sogar von erdigem Ansehen, letzteres jedoch nur auf der nicht frisch geschlagenen Bruchfläche, wenn dieselbe längere Zeit der Einwirkung der Luft ausgesetzt gewesen ist. Unter den zu Tage geförderten Stücken befinden sich einige, deren Oberflächen mit kleinen Steinsalzwürfeln bekleidet sind. Ein ganz besonders merkwürdiges Verhalten ward bei einem Stück dieses derben Boracites bemerkt, indem sich beim Aufschlagen desselben ein breitgedrückter Abdruck von einer grolsen trichterförmig-trep- penartigen Kochsalzkrystallgruppe zeigte, deren Wände zum Theil noch mit den Steinsalzwürfelchen besetzt waren, zum Theil aber durch später erfolgtes Wiederauflösen der Salzwürfel in Wasser nur noch die Räume und Eindrücke zeigten, welche früher von . den Salzkrystallen erfüllt gewesen sein mulsten.

Die beträchtliche Menge von derbem Boracit, welche aus dem geringen räumlichen Inhalt des nur 4 Zoll weiten Bohr- lochs zu Tage gebracht worden ist, berechtigt zu der Voraus- setzung, dafs der Boracit, wenigstens in der Stalsfurther Salzab- lagerung, wesentlich an der Zusammensetzung des Steinsalzge- birges Theil nimmt. Die mechanische Beimengung von Boraeit in dem Martinsit wird daraus erklärbar. Ist schon das Vorkom- men des Boracit als Gebirgsart, in gewils nicht beschränkter Aus- dehnung, an sich schon eine interessante Thatsache, so gewinnt dasselbe noch dadurch an Interesse, dafs die enge Verbindung der Boraxsäure-Exhalationen in Italien und aus den Boraxseen in Tibet dadurch eine sehr Schöne Erläuterung erhält. Es ist zu erwar- ten, dafs man den derben Boracit auch auf anderen Steinsalzla- gerstätten auffinden wird, indem er, bei seiner äufseren Ähnlich- keit mit Kalkstein, leicht verkannt oder übersehen worden sein

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2 mag. Die das Vorkommen des Boracits in der Steinsalzablage- rung zu Stafsfurth begleitenden Erscheinungen geben übrigens Zeugnils von einem grofsen Umbildungsprozels, der nach der

bereits erfolgten Bildung des Steinsalzgebirges, dort stattgefunden

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haben mufs.

An eingegangenen Schriften wurden vorgelegt:

Atti della Reale Accademia delle Scienze, Sezione della Sociela Reale Borbonica. Vol.V. Parte 2. Napoli 1844, 4.

Rendiconto della adunanze e de’ lavori della Reale Accademia delle Scienze. No. 27. Maggio e Giugno 1846. (ib.) 4. 2 Expl.

Discorso del Segretario perpetuo della Reale Accademia delle Scienze su’ lavori di questa, che hanno avuto luogo nel pe- riodo annuale dal\. Luglio 1845 al 30. Giugno 1846. Letto nella pubblica adunanza della Sociela Reale Borbonica in quest’ ultimo giorno. (ib.) 4.

mit einem Begleitungsschreiben dieser Akademie vom 1. Oct.

1846. Sebast. Venzo, delle Sorgenti del calorico Memoria. Belluno 1846. 8. mit einem Begleitungsschreiben des Verf. d. d. Cadore den 28. Nov. 1846.

J. M. Gilliss, aszronomical Observations made at the Naval Ob- servalory, Washington. Washington 1846. 8.

Im Namen des Verf. durch den Consul der vereinigten Staaten in Leipzig, Herrn Dr. Flügel mittelst Schreibens vom Decbr. 1846 übersandt.

Neues Jahrbuch der Berlinischen Gesellschaft für Deutsche Sprache und Alterthumskunde. Herausgg. von Friedr. Heinr. vonder Hagen. Bd.7. Berlin 1846. 8.

mit einem Begleitungsschreiben des Herausgebers d. d. Berlin den 27. Debr. 1846.

Memoirs and proceedings of the chemical Society, Part 19. (Lon- don). 8.

de Caumont, Bulletin monumental, ou collection de memoires sur les monuments historiques de France. \ol.12. No.7. Pa- ris 1846. 8.

Nachrichten von der G. A. Universität und der Königl. Gesell- schaft der Wissenschaften zu Göttingen 1846. No.18. 8.

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J. Lamont, Resultate des magnetischen Observaloriums in Mün- chen während der dreijährigen Periode A843-1844-1845. Beigefügt sind: Magnetische Messungen auf einer Reise nach Deutschland und Frankreich im Jahre 1844 von J. A.Äng- ström. München 1846. 4.

Gay-Lussac etc., Annales de Chimie et de Physique 1846 De- cembre. Paris. 8.

Schumacher, astronomische Nachrichten. No.584.585. Altona 1846. 4.

C.E.Hammerschmidt, allg. Österreich. Zeitschrift für den Landwirth etc. 18. Jahrg. 1846. No. 48.49. Wien. 4.

Kunstblatt 1846. No. 60.61. Stuttg. u. Tüb. 4.

14. Januar. Gesammtsitzung der Akademie.

Hr. Encke las über die Entdeckung und die ersten Bahnbestimmungen der Astraea.

In der Einleitung stellte er die verschiedenen Wege zu- sammen, auf welchen die neueren 7 Planeten gefunden sind, deren -Zahl schon die von den Alten uns überlieferten 6 übertrifft. Die verschiedenen Theile der praktischen Astronomie haben jeder zu der Entdeckung eines Planeten geführt. Die Vervollkommnung der optischen Instrumente liefs den Uranus entdecken; die Ge- nauigkeit der Meridianbeobachtungen und die Zweckmäfsigkeit

ihrer Anordnung führten die Entdeckung der Ceres herbei; die _

spezielle Bekanntschaft mit dem gestirnten Himmel, durch viel- jährige Beschäftigung mit ihm erworben, die der Pallas; die Ver- vollkommnung der graphischen Hülfsmittel durch die vortreflli- chen Hardingschen Sternkarten die der Juno; eine kühne aber geistreiche Hypothese, welche längere Zeit consequent verfolgt wurde, leitete auf eine Durchmusterung bestimmter Gegenden am Himmel, wodurch die Vesta gefunden wurde; und die noch mehr gesteigerte Vervollkommnung der Himmelskarten, welche durch die akademischen Sternkarten vorbereitet war und durch den rühmlichsten Privatfleils fortgeführt wurde, liels die Astraea als Planet erkennen. Die Verbindung der Beobachtung mit der Theorie war bisher noch im Rückstande geblieben und hatte, wenn sie auch die kleineren Verbesserungen unserer Tafeln be- wirkt hatte und das Vertrauen auf die Sicherheit der Gesetze über allen Zweifel erhoben, doch zur Entdeckung eines neuen

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Planeten nicht geführt. Durch die Vorausverkündigung des Nep- tun und seine Auffindung hat auch dieser wichtige Theil der astronomischen Wissenschaft seinen Antheil an der vermehrten Kenntnils der Körper unsers Sonnensystems gewonnen, so dafs die verschiedenen Wege, auf denen man künftige Entdeckungen hoffen kann, so gut wie völlig erschöpfend angedeutet und be- treten zu sein scheinen. So wichtig diese Verbindung der The- orie und der Praxis von jeher in der Astronomie gewesen ist und so sehr jeder wahre Verehrer derselben auf ihre Aufrecht- haltung zu sehen sich beeifern wird, so sehr wäre es doch zu bedauern, wenn durch den Glanz dieser Entdeckung eine har- monische Verbindung der verschiedenen Theile beeinträchtigt wer- den sollte und die praktische Thätigkeit, mit einer nicht zu bil- ligenden Partheilichkeit, in den Schatten gestellt würde gegen die theoretischen Untersuchungen. Nur durch die langjährige consequente Fortbildung der praktischen Hülfsmittel ist die The- orie in den Stand gesetzt worden mit Theil zu nehmen an der Entdeckung neuer Planeten, während sie fast ohne Antheil an der Entdeckung der übrigen war, und es läfst sich voraussehen, dals die künftige Erweiterung unserer Kenninils in Bezug auf die Anzahl der Planeten, so gut wie allein von der Praxis aus- gehen wird, da die günstigen Umstände, welche bei dem Nep- tun die Mitwirkung der Theorie erlaubten, wenigstens in den

nächsten Jahrhunderten nicht wieder eintreten dürften.

Astraea ward am 8. Dechr. 1845 von Herrn Hencke in Driesen daran als Planet erkannt, dals er von der Gegend, in welcher er sie fand, eine so spezielle Karte sich entworfen, wie sie nur der energische Eifer einer ächten Liebe zu diesem Theile der Astronomie hervorrufen konnte und dals er durch vieljährige Vergleichungen mit dem Himmel die völlige Sicher- heit hatte, es sei ihm kein Fixstern in dieser Gegend unbekannt geblieben. Die Auffindung auf der Berliner Sternwarte am 14. Dezbr. 1845 hatte, bei der Hülfe, welche die akademische Stern- karte Hora IV, gezeichnet von Hrn. Prof. Knorre in Nicolajew, gewährte, keine grolse Schwierigkeit mehr. Dagegen kann man es mit Recht als einen Triumph der praktischen Astronomie be- trachten, dafs von dem Augenblicke der Auffindung an, durch die Vollkommenheit der Instrumente, die vorbereitete genaue

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Kenntnils der Sternpositionen und die Schärfe der Beobachtun- gen, so wie durch die weitverbreitete Kenntnifs der Lösung des Problems der Bahnbestimmung, fast jede Sternwarte Europa’s für sich die Bahn des Planeten hätte bestimmen können, und die Verbindung aller Beobachtungen zusammen eine Prüfung unserer jetzigen Hülfsmittel gewährte, die, wenn man sie mit denen vor 40 Jahren vergleicht, ungemein befriedigend ist. Bei 161 Be- obachtungen, die während der ersten Periode der Sichtbarkeit der Asträa angestellt wurden, ergab sich bei Berücksichtigung aller einzelnen Fehler, dafs der mittlere Fehler einer einzelnen Ortsbestimmung dieses Planeten noch nicht 5 Bogensekunden betrug und zwar bei Zusammennehmung sowohl der mit kleine- ren als mit grölseren Instrumenten bestimmten Positionen. Da- her fand sich auch, dafs bei dieser Genauigkeit der Erfahrungs- data, die ersten Bahnbestimmungen schon sehr nahe der Wahr- heit waren und bei grölseren Zwischenzeiten immer mehr und mehr zur Übereinstimmung gebracht wurden, ohne dafs irgend eine stark abweichende Angabe von irgend einem Berechner ge- macht wäre. Nachdem die Asträa sechs Monate lang von den Sonnenstrahlen verdeckt war, ward sie mit Hülfe einer von Hrn. d’Arrest hieselbst berechneten Ephemeride, bei welcher die Störungen berücksichtigt waren, ohne Mühe wieder aufgefunden. Der Fehler betrug nur etwa 1% Minuten und die neue, an die letzte Beobachtung angeschlossene und aus einer Zwischenzeit von 11 Monaten geschlossene Bahn, näherte sich wieder sehr einer früheren Bestimmung von Hrn. Dr. Galle, bei der die Zwischenzeit nur einen Monat betrug.

Folgendes sind die 4 Bahnbestimmungen, welche auf der hiesigen Sternwarte gemacht wurden. Die erste ist aus einer Zwischenzeit von 14 Tagen hergeleitet. Die zweite von Hrn. Dr. Galle aus einem Monat, die dritte von Hrn. d’Arrest aus der ersten Periode der Sichtbarkeit von Decbr. 14. Mai 13. oder 5 Monaten. Die vierte ebenfalls von Hrn. d’Arrest aus den früheren Beobachtungen und der Beobachtung im Novhr. nach der Wieder-Auffindung, also aus 11 Monaten. Bei den letzteren beiden sind die Störungen berücksichtigt.

Asträa ward am frühsten in Pulkowa am 4. Novbr. 1846 von Hrn. Otto Struve wieder aufgefunden. Hier fanden wir sie

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erst am 17. Novbr., ohne dafs irgend eine vergebliche Anstren- gung an den früheren Tagen gemacht wäre.

In der folgenden Tafel bezeichnet Z die Mittlere Länge zur Zeit der Epoche, M die mittlere Anomalie, = die Länge des Perihels, &% die des aufsteigenden Knotens, i